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Jazz-Kantate „Apokalypse“ von Karl Feilitzsch

Die 75-minütige Komposition gilt als musikalisches Hauptwerk des Münchner Komponisten, Widerständler und Umweltaktivisten Karl Feilitzsch. Er nutze die durchdringende, mit Jazz-Idiomen sowie düsterem, scharf geprägtem Instrumentarium angereicherte Musik zum Appell gegen Krieg, Hass und die Zerstörung der Natur.

Im September 1949 wurde die Uraufführung der „Apokalypse“ von Karl Feilitzsch im Nachtstudio des Bayerischen Rundfunks unter Leitung des Komponisten aufgenommen und gesendet. Die Jazz-Kantate nach Texten der Offenbarung des Johannes in der Luther-Übersetzung gilt als musikalisches Hauptwerk des Münchners. Danach wurde die „Apokalypse“ zwei Jahre später, zwischen 22. und 27. Oktober 1951, mit großem Erfolg in fünf konzertanten Aufführungen im Theater im Brunnenhof der Münchner Residenz wiederholt.

Die Partitur sieht zwei „harte, männliche Sprecher“ vor, davon ein „Bariton-Sprecher (Charakterdarsteller)“ und ein „Tenor-Sprecher (Jugendlicher Held)“, zwei Sänger, Männerchor, sowie ein kleines, größtenteils düster und scharf geprägtes 16-köpfiges Instrumentarium: Trompeten, Posaunen, Klarinetten, Saxofone, Kontrabässe, Fagott, Klavier und Schlagzeug. Gesprochene Passagen, gebundene Rede (rhythmisiertes Sprechen), Soli und Chor wechseln sich ab und durchdringen sich, wie auch die Stilistik der Musik, die vielfältig aufgefächert ist und mehrfach Jazz-Formeln einbezieht.

Die Wiederaufführung der „Apokalypse“ am 11.11.2018, dem Jahrestag „100 Jahre: Ende Erster Weltkrieg“, dient auch dem Gedenken an den Komponisten und seinem außergewöhnlichen gesellschaftlichen Engagement.